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" ... 50kw, wir kommen ... "  (26.10.2007)


Nach über 1 ½ Jahren der Wartezeit konnte an einem Wochenende (26. - 28.10.07) endlich der Motorumbau auf 50kw, mit tatkräftiger Unterstützung von Jörg Filip realisiert werden. Dabei wurden neben dem Zylinderkopf noch das Steuergerät, die Drosselklappe mit Einspritzdüse, die Ansaugbrücke, der Hallgeber und die Nockenwelle getauscht. Die Austauschkomponenten stammten alle von einem 96er Felicia 1.3 GLXi und wurden über Holger besorgt.


" ... so langsam :P ... "  (28.10.2007)


Um einen kleinen Einblick in den Umbau zu geben, habe ich einige Schritte der Zerlegung und des Wiederzusammenbaus in Fotos festgehalten und einen kleinen Bericht geschrieben.

 


Die Tuning-Schmiede

  40kw-Motor ohne Ventildeckel


Alte Steuerkette

Nachdem ich Freitag angekommen bin, haben wir bis zum Abend alles im unteren Bereich des Motors, wie die Ölwanne und den Seitendeckel demontiert und, in Vorbereitung auf den nächsten Tag, auch schon schon den Motor leicht abgesenkt, damit wir gut an die Nockenwelle herankommen. Am nächsten Morgen haben wir uns zunächst mit der Reinigung aller Motorbestandteile beschäftigt, da aufgrund einer undichten Ölwannen- sowie Seitendeckeldichtung alles ganz schön mit Öl vollgesaut war. Im Anschluss haben wir dann die Nockenwelle getauscht, was ohne Problem von statten ging. Danach haben wir die Dichtungen alle erneuert und diese zudem mit Dichtungspaste versehen, da die einfachen Korkdichtungen ohnehin nicht die beste Dichtwirkung haben.  Beim Simmerring des Seitendeckels hatten wir dann leider das Problem das dieser nicht passte.

Also machten wir uns Samstag Vormittag auf den Weg und versuchten einen neuen Simmerring kurzfristig aufzutreiben. Nachdem wir bei einer offenen Werkstatt mit dem Kommentar "ich bitte euch, für so ein altes Auto müssen wir erst bestellen" abgespeist wurden, sind wir noch zu einem Skoda Autohaus weitergefahren. Dort fühlten wir uns gleich willkommen und der Chef schaute in seinem Lager, ob etwas zu finden ist. Trotz dieser Hilfsbereitschaft konnte kein passender Simmerring gefunden werden und so fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zurück. So mussten wir den alten Simmerring nochmals benutzen, wobei dieser eigentlich noch gut aussah und die entsprechende Dichtheit gewährleisten müsste.


Jörg beim Abkratzen der Dichtung

Neue Steuerkette


Seitendeckel - Saubere Arbeit!

 

Nachdem wir nun am Samstag Mittag alles im unteren Motorenbereich wieder dran montiert hatten, also Kurbelwelle, Ölwanne, Seitendeckel usw., haben uns an der Demontage der Nockenwelle zu schaffen gemacht. Bei 13 der insgesamt 14 Schrauben ging alles gut, aber bei der letzten gabs nen großen Knall. Leider war dort die Schraube in den Zylinderkopf reingerissen, d.h. die Schraube war genau an der Motorblockkante abgebrochen. Dies war natürlich großer Mist, da der neue Kopf ja ebenso fest sitzen muss. So hat Jörg zunächst versucht durch Anpunkten und Anheften einer Schraube den Rest der Zylinderkopfschraube herauszubekommen. Leider war da aber nix zu machen, die Stahlschraube hatte sich im Alu richtig festgefressen. Selbst Erwärmen, um eine eventuelle Dehnung und ein Lösen der Schraube zu erreichen brachten keinen Erfolg. Also sind wir Samstag Nacht ohne ein zufriedenstellendes Ergebnis abgezogen und haben so einen ganzen Tag verloren. Allerdings hatte Jörg noch die gute Idee, dass man abgebrochene Schrauben mittels eines Heli-Coils ersetzen kann. Dabei bohrt man abgebrochene Schraube aus, bohrt ein neues Gewinde hinein und befestigt anschließend das Heli-Coil, welches ein Außen-und Innengewinde hat, mit dem man die originale Schraube (M11) befestigen kann. Dabei hat ein Heli-Coil in etwa die selben Eigenschaften wie das Originalgewinde und hält genauo ein Anzugsdrehmoment von 200 Nm aus. Also versuchte Jörg solch ein Teil in seinem Bekanntenkreis zu besorgen, wobei dies am späten Abend leider nicht von Erfolg gekrönt wurde.


Heli-Coil-Set

Reparatur-Tools


Heli Coil - der "Gewinder"-Retter

 

Am Sonntag Morgen hatten wir dann aber Glück, als Jörg einen über drei Ecken befreundeten Motorbauer angerufen hat. Dieser hat uns dann so ein Set geliehen. So konnten wir das Loch ausbohren, ein neues Gewinde reinschneiden und das Heli-Coil darin versenken. Darin hat die Zylinderkopfschraube dann auch bombenfest gehalten. Danach lief der weitere Zusammenbau eigentlich reibungslos und gegen 17 Uhr hatten wir den Wagen wieder mit allen Flüssigkeiten gefüllt und wollten ihn starten. Leider tat sich erstmal gar nichts und wir bemerkten, dass er oben an der Drosselklappe immer Benzin zurückspuckte. Daraufhin haben wir die Funktion der Zylinder überprüft und schnell gemerkt, dass die Zylinder um 180 Grad versetzt arbeiteten. Folglich konnte dies nur mit einer falsch montierten Steuerkette zusammenhängen. Da ich glücklicherweise meine Kamera mithatte, haben wir uns nochmal die neu-montiere Steuerkette auf einem Foto angeguckt. Und zu allem Ärger hatten wir wirklich die 12 Kettenglieder nicht oben, sondern unten abgezählt. Also mussten wir wieder das Öl ablassen, den Motor absenken, die Ölwanne und den Seitendeckel abmontieren, die Steuerkette richtig montieren und alles wieder ordentlich zusammenbauen. Jedenfalls waren wir dann gegen 22.30 Uhr fertig und siehe da, er lief! Wir haben dann in der Garage noch alles aufgeräumt, ein paar Schrauben am Abgas-Krümmer nachgezogen und dann hatten wir es gegen 23:45 Uhr auch geschafft. Nach einer abschließenden Probefahrt fuhr ich dann gegen viertel eins Richtung Heimat, bei der ich dann gegen 02:30 Uhr ankam.


Der Gewindeschneider im Einsatz

Der "neu-fixierte" Zylinderkopf


Das Endresultat

 

Es war also alles in allem ein sehr abwechslungsreiches Wochenende, bei dem ich einiges über den Favi-Motor und dessen Zusammenbau lernen konnte. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals recht herzlich bei meinem Freund Jörg bedanken, der mir mit seiner freundlichen Art alles gut erklärt hat, sich dabei nie aus der Ruhe hat bringen lassen und echt eine super Arbeit geleistet hat.

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